Pflanzung von Gehölzen und Blumenzwiebeln und-knollen

Sehr geehrte Gartenfreunde!
Der Herbst ist die Zeit im Jahr, in der neue Gehölze und Blumenzwiebeln und -knollen fĂŒr den Garten in Katalogen ausgesucht und bestellt oder in GartenmĂ€rkten gekauft werden. Bei der Auswahl der verschiedenen Arten und Sorten sollte man sich unbedingt ĂŒber deren StandortansprĂŒche (Boden und Klima) und Platzbedarf informieren, um Misserfolge zu vermeiden. Deshalb sollte man sich vor der Bestellung bzw. dem Kauf grĂŒndlich darĂŒber informieren (Fachliteratur, Internet, Kataloge u.a.).
Bei Blumenzwiebeln und -knollen ist auf die optimalen Pflanztermine sowie Pflanztiefen zu achten. Wem diese nicht bekannt sind, der kann sich auch an den Hinweisen auf den meistens den Packungen beigefĂŒgten Etiketten orientieren.
Sollen Obst- oder Ziergehölze gepflanzt werden, hat man die Auswahl zwischen getopfter und wurzelnackter Ware. Auf das Ausheben einer ausreichend großen Pflanzgrube ist zu achten. Auf keinen Fall sollte man die Wurzeln in eine zu kleine Pflanzgrube „quetschen“. Bei getopften Gehölzen (gilt auch bei Stauden) sollte man vor der Pflanzung unbedingt den Wurzelballen vorsichtig „auflockern“, damit das Wurzelwachstum angeregt wird. Nach der Pflanzung ist anzugießen. Der Pflanztermin im Herbst sollte generell nicht zu nahe am Jahresende liegen, damit die Gehölze, aber auch Stauden noch einwurzeln können. Manchmal soll ein alter Apfel- oder Birnenbaum durch einen neuen ersetzt werden. Optimal wĂ€re in diesem Fall, wenn ein anderer Standort im Garten zur VerfĂŒgung steht, an dem noch kein Apfel- oder Birnenbaum gestanden hat. Ist das nicht möglich, dann sollte der alte Apfel- bzw. Birnenbaum mit möglichst vielen Wurzeln gerodet werden. Danach ist die Pflanzgrube auszuheben und die dabei anfallende Erde an anderer Stelle zu verteilen. Das ist ratsam, da nach einer lĂ€ngeren Standzeit einer Kultur hĂ€ufig die so genannte BodenmĂŒdigkeit auftritt. Sie wird als die Folge der einseitigen Nutzung der NĂ€hrstoffe des Bodens durch die Kulturpflanze, aber auch der Anreicherung bestimmter Bodenorganismen angesehen, die beim Nachbau der gleichen Kultur zu Wachstumstörungen fĂŒhren können. Zum FĂŒllen der Pflanzgrube ist dann frische Gartenerde zu verwenden. Unproblematisch wird dagegen der Nachbau eines Steinobstbaumes nach einem Kernobstbaum angesehen. Hier kann auf die oben beschriebene Verfahrensweise verzichtet und der Steinobstbaum direkt nach der Rodung des Kernobstbaumes an der gleichen Stelle gepflanzt werden.
Um FraßschĂ€den durch die Raupen des Kleinen Frostspanners an Knospen, BlĂ€ttern und jungen FrĂŒchten von Obstgehölzen im kommenden FrĂŒhjahr zu vermeiden, sollte man jetzt Leimringe an den StĂ€mmen der Gehölze und StĂŒtzpfĂ€hlen anbringen. Damit verhindert man das Aufwandern der flugunfĂ€higen Weibchen dieses SchĂ€dlings in die Kronen. Ohne diese Maßnahme kommt es sonst dort zur Paarung und Eiablage in Rindenrisse und andere geschĂŒtzte Stellen. Im FrĂŒhjahr schlĂŒpfen dann die Raupen und fressen an den oben genannten Pflanzenteilen. Auch an Ziergehölzen kann der Kleine Frostspanner SchĂ€den verursachen. RegelmĂ€ĂŸig sind die Leimringe darauf zu kontrollieren, ob z.B. durch angewehte BlĂ€tter BrĂŒcken zum Überwinden derselben entstanden sind.


Erfurt-Mittelhausen, 14.10.2021
Bearbeiter: Dr. Schmatz