Blattläuse als Schädlinge an Pflanzen

Sehr geehrte Gartenfreunde,

Wuchsminderungen, Deformationen und Verfärbungen an Blättern, Trieben und anderen Pflanzenteilen haben häufig ihre Ursache in einem Befall durch pflanzenschädigende Läuse. Grob lassen sich diese in Blatt-, Schild-, Woll-, Schmier-, Wurzel- und Rindenläuse unterteilen.

Die Schäden entstehen einerseits durch das Aussaugen von Pflanzensäften, andererseits bei einigen Blattlausarten durch das Absondern von Toxinen beim Saugen, das zu Wuchsdeformationen führt. 

Lästig sind auch die Absonderungen des sogenannten zuckerhaltigen Honig-taus durch Blatt- und Schildläuse. Der Honigtau lockt vor allem Ameisen an, die die Blattläuse „melken“ und diese vor Fressfeinden schützen. Auf dem Honigtau siedeln sich meistens Schwärzepilze an, die sehr störend wirken können.

Die wichtigste Gruppe der pflanzenschädigenden Läuse sind die Blattläuse. Es gibt in Mitteleuropa etwa ca. 850 Blattlausarten mit einer sehr unter-schiedlichen Färbung und Lebensweise. Charakteristisch für sie sind die stechend saugenden Mundwerkzeuge. Viele Blattlausarten können beim Anstechen der pflanzlichen Gewebe gefährliche Viruskrankheiten über-tragen, wie z.B. die Mosaikkrankeit der Gurke oder die Blattrollkrankheit der Kartoffel. Oft haben sie mehrere Generationen im Jahr, so dass die Befalls-stärke sehr schnell ansteigen kann. Dabei treten bei vielen Arten im Laufe des Jahres nur weibliche Tiere auf. Erst im Spätsommer treten auch männliche Tiere auf und es erfolgt dann eine zweigeschlechtliche Vermehr-ung, die oft verbunden mit einem Wirtswechsel ist. Die Überwinterung findet zumeist im Eistadium statt. In Gewächshäusern und an Pflanzen in Gebäuden kann die Vermehrung ganzjährig erfolgen.

Manche Arten haben einen sehr großen Wirtspflanzenkreis mit einer Vielzahl von Nutzpflanzen sowie Unkräutern. Bestimmte Blattläuse treten nur an Gräsern einschließlich Getreidearten auf. 

Die Bekämpfung von Blattläusen sollte so früh wie möglich begonnen werd- en, da starker Befall nur mit einem großen Aufwand getilgt werden kann.

Deshalb sollte man seine Pflanzen regelmäßig auf Befall durch Blattläuse und andere Schädlinge sowie Krankheiten kontrollieren- empfehlenswert ist im wöchentlichen Abstand. Manchmal reicht es schon, wenn man die ersten befallenen Pflanzenteile entfernt.

Blattläuse haben zahlreiche natürliche Gegenspieler wie Marienkäfer,Schlupf-wespen, Florfliegen, Wespen und Singvögel. Die Nützlingsinsekten können durch den Anbau von Pollen- und Nektarpflanzen u.a. Maßnahmen in ihrem Auftreten gefördert werden, so dass u. U. andere Bekämpfungsmaßnahmen nicht notwendig sind.

Als natürliches Mittel zur Bekämpfung von Blattläusen wird in der Literatur an erster Stelle meistens der Brennnessel-Kaltwasserauszug genannt. Kaliseife- Präparate sind als nützlingsschonend eingestuft. Bei einem schon stärkeren Befall sind meistens mehrere Behandlungen erforderlich.

Erfurt-Mittelhausen, 01.05.2022 Bearbeiter: Dr. Schmatz