Sammeln von Bärlauch und anderen Kräutern

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Sehr geehrte Gartenfreunde,
immer mehr Menschen möchten sich gesund ernähren und dazu u.a. Kräuter in der Natur sammeln.

Der botanische Laie muss sich aber darüber im Klaren sein, dass dabei die Gefahr der Verwechslung mit einigen giftigen Pflanzen besteht. Bei deren Verzehr sind schwere gesundheitliche Schäden, bei einigen ist sogar ein tödlicher Ausgang möglich.

Deshalb sollte man sich unbedingt vor Beginn des Sammelns über das Aussehen und die natürlichen Standorte der Kräuter kundig machen (Bücher, Internet). Dem Laien muss empfohlen werden, sich einem kundigen Sammler anzuschließen, um fatale Missgriffe beim Sammeln zu vermeiden.
An geschützten Standorten ist derzeit der Austriebsbeginn des Bärlauchs zu beobachten. Immer wieder kommt es offenbar beim Sammeln von Bärlauchblättern zu Verwechslungen mit den giftigen Blättern der Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen.

Bei Unsicherheiten über die Identität der vorgefundenen Pflanzen hilft immer der Geruchstest: ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben, der typische Geruch verrät den Bärlauch.

Auch die Beachtung der natürlichen Standorte kann die Gefahr der Verwechslungen reduzieren. Die Herbstzeitlose kommt eher auf Wiesen und feuchten Auwäldern vor, das Maiglöckchen in Laubwäldern wie auch der Bärlauch. Das Maiglöckchen kommt dabei eher auf etwas trockenen Standorten vor, während der Bärlauch feuchtere mag. Das Maiglöckchen treibt später aus als der Bärlauch. Wer also bei Blühbeginn des Bärlauchs das Sammeln einstellt, vermeidet die oben beschriebene Verwechslungsgefahr. Im Garten muss beim gewollten Nebeneinander dieser Pflanzen besonders darauf geachtet werden, dass es nicht zu Verwechslungen kommt.

Beifuß und Wermut sind viel verwendete Gewürz- und Heilpflanzen. Für unerfahrene Personen besteht beim Sammeln dieser Pflanzen die Gefahr der Verwechslung mit der Beifußblättrigen Ambrosie. Diese Pflanze besitzt ein außerordentlich großes allergenes Potenzial.

Für Personen, die an Heuschnupfen leiden, verlängert sich deren Leidenszeit bis spät in den Herbst hinein, da die Pflanze sehr spät blüht. Aber auch hier hilft der Geruchstest. Die Blätter der Ambrosie sind im Unterschied zu den beiden anderen Arten völlig geruchslos. Nicht selten wird die Ambrosie in der Nähe von Futterstellen für Vögel angetroffen. Ihre Samen werden manchmal mit dem Vogelfutter (Sonnenblumen) verbreitet. Auftretende Ambrosia- Pflanzen sollte man unbedingt vor Blühbeginn entfernen (Gummihandschuhe tragen) und über den Hausmüll entsorgen.

Erfurt-Mittelhausen, 14.03.2022
Bearbeiter: Dr. Schmatz

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