Kräuselkrankheit des Pfirsich

Sehr geehrte Gartenfreunde!


An Pfirsich- und Nektarinenbäumen sind jetzt sehr auffällige Blattdeformationen zu beobachten: blasig gewölbte, teilweise verdickte und bei manchen Sorten unterschiedlich stark gelblich bis rötlich verfärbte Blätter. Gelegentlich können auch die Früchte befallen werden, die dann runzlige, grünliche oder rote Auftreibungen aufweisen. Bei starkem Befall kann es zum Absterben der Blätter und Triebspitzen und in der Folge der jungen Früchte kommen.

Im Juni erfolgt der Neuaustrieb, der symptomlos ist. Starker Befall schwächt die Bäume, so dass im Folgejahr mit einem schwächeren Austrieb gerechnet werden muss. Verursacht wird diese Krankheit durch den Pilz Taphrina deformans. Der Pilz überwintert als Myzel auf Knospenschuppen und Zweigen. An diesem Myzel entstehen im Frühjahr Sproßzellen, die zur Zeit des Knospenaustriebs frei werden. Diese infizieren die noch nicht entfalteten jungen Blätter und rufen die Veränderungen an den Blättern hervor.

Sind die Symptome sichtbar, ist die Krankheit nicht mehr heilbar. Man kann dann nur noch etwas zur Stärkung der Gehölze tun (Düngung, Bewässerung) und durch Rückschnitt der geschädigten Triebe den Befall reduzieren. Da der Erreger der Krankheit bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Blätter infiziert, sind chemische Mittel zur Bekämpfung der Krankheit bereits zum Zeitpunkt des Knospenschwellens anzuwenden.

Dieser Termin kann bei einem milden Witterungsverlauf in den Wintermonaten bereits im Januar erreicht werden. Derzeit sind zur Bekämpfung dieser Krankheit die beiden Difenoconazol-haltigen Fungizide Duaxo Universal Pilz-frei und Duaxo Rosen Pilz-frei zugelassen.

Die Pfirsichsorten sind gegenüber der Kräuselkrankheit unterschiedlich stark anfällig. So sollen gelbfleischige Sorten stärker als weißfleischige befallen werden. „South Haven“ und „Red Haven“ gelten als anfälliger, während „Amsden“, „Benedictus“, „Proskauer“, „Revita“ und „Vorgebirgspfirsich“ weniger anfällig sein sollen.

Bei einer Neupflanzung ist es ratsam, sich in einer Baumschule hinsichtlich der Sorteneigenschaften und deren Standorteignung beraten zu lassen. Dies gilt auch für die Standorteignung der Sorten.

Beachten Sie bitte unbedingt die Hinweise auf der Gebrauchsanleitung der Pflanzenschutzmittel hinsichtlich der zulässigen Aufwandmenge, der Anzahl der Anwendungen, der Wartezeit (einzuhaltende Frist von der letzten Anwendung bis zur Ernte) zum Schutz der Umwelt, speziell des Wassers sowie des Anwenders selbst!

Empfehlungen des Lehr-und Versuchszentrums Gartenbau Erfurt zum Anbau und Sorten von Pfirsichen und anderen Kulturen können abgerufen werden unter: https://tlllr.thueringen.de/wir/publikationen/merkblätter

Erfurt-Mittelhausen, 24.05.2021
Bearbeiter: Dr. Schmatz