Blütenendfäule der Tomaten

Sehr geehrte Gartenfreunde,
Nicht wenige Gartenfreunde klagen in diesem Jahr über das Auftreten von grauen bis braunen Flecken an Tomatenfrüchten.

Zunächst sind wäßrige Flecken an der Blütenansatzstelle- deshalb auch die fälschliche Bezeichnung der Erscheinung- sichtbar. Die Flecken breiten sich später aus und nehmen eine graue bis braune Färbung an, sinken meistens etwas ein und verhärten, siehe Foto.

Befallene Früchte färben nicht richtig aus und sind ungenießbar. Bei bereits voll ausgefärbten Früchten kann man das geschädigte Gewebe ausschneiden und danach können sie verzehrt oder verwertet werden.

Die Blütenendfäule tritt meist nur an bestimmten Sorten auf und oft nur an den untersten Fruchtständen bzw. bei Ausbildung nur weniger Früchte und wird durch Calcium-Mangel hervorgerufen.

Zur Vorbeugung wird auf die ausreichende Versorgung des Bodens mit Calcium (Ca) verwiesen. Regelmäßige (möglichst jährliche) Bodenuntersuchungen zeigen an, ob ein Ca- Mangel besteht. Vermieden werden sollte eine übermäßige Versorgung des Bodens mit Ammonium, Kalium, Magnesium sowie Natrium, da hierdurch die Ca- Aufnahme durch die Pflanzen gestört wird.

Ein zu starkes Wachstum der Pflanzen sollte vermieden werden (nicht zu reichlich mit Stickstoff versorgen) Außerdem sollte auf eine gleichmäßige Wasserversorgung der Pflanzen geachtet werden. Dies ist auch im Hinblick auf die Vermeidung des Platzens der Tomaten wichtig.

Vorbeugend oder ab dem ersten Auftreten der oben beschriebenen Symptome kann man Spritzungen mit Calciumchlorid oder Calciumnitrat ( jeweils 0,3 bis 0,5 %ig) durchführen. Bei den höheren Konzentrationen der Spritzbrühe kann es zu Verbrennungen an den Blättern kommen, deshalb nicht bei prallem Sonnenschein spritzen!

Gezieltes Entblatten soll dem Auftreten der Blütenendfäule entgegenwirken und ist auch im Hinblick auf die Vorbeugung des Befalls durch die Kraut-und Braunfäule (Erreger: Phytophthora infestans) sinnvoll.


Erfurt-Mittelhausen, 07.08.2022
Bearbeiter: Dr. Schmatz
Fotos: 1 x Dr. Schmatz