Sehr geehrte Gartenfreunde,
das Gartenjahr 2025 neigt sich dem Ende zu. Viele Kulturen wurden bereits geerntet bzw. wurden vor den drohenden ersten Nachtfrösten geräumt.
Bei der Leerung von Pflanzenkübeln wurden die Larven des Gartenlaubkäfers Phyllopertha horticola, einem Verwandten des Maikäfers, entdeckt. Die Larven sind ca.15 mm lang und in Ruhestellung stark gebogen (Kopf in Nähe des Körperendes). Der Käfer selbst ist metallisch grün bis rotbraun gefärbt und 7 bis 11 mm lang. Der Flug erfolgt im Mai bis Juni bei warmem, sonnigen Wetter.
Ab Juni/Juli fressen die Engerlinge an den Wurzeln ihrer Wirtspflanzen. Während an zahlreichen Pflanzenarten kaum Schäden verzeichnet werden, können die Fraßschäden an Gräsern große Ausmaße annehmen.
So sind Leerstellen in Sport- und Zierrasen nicht selten die Folge des Auftretens des Gartenlaubkäfers. Oft entstehen noch größere Folgeschäden durch Vögel wie z.B. Krähen, die an den Leerstellen scharren, um an die Engerlinge zu gelangen.
Um größere Schäden zu vermeiden, sollte man die Rasenflächen im Sommer regelmäßig kontrollieren, Pflanzenschutzmittel (PSM) zur Bekämpfung der Engerlinge stehen nicht zu Verfügung.
Nun müssen auch wieder die empfindlichen Kübelpflanzen in die Winterquartiere gebracht werden. Vorher sind sie auf Befall durch Schädlinge wie Spinnmilben, Schild- bzw. Blattläuse zu kontrollieren.
Kranke oder beschädigte Pflanzenteile sind zu entfernen, ein Rückschnitt zu diesem Zeitpunkt wird von vielen Arten gut vertragen. Im Bedarfsfall sind Bekämpfungsmaßnahmen mit einem zugelassenen PSM durchzuführen. Vor dem Kauf von PSM sollte das Personal in den Fachmärkten konsultiert werden.
Oft gibt es Verluste bei den empfindlicheren Kübelpflanzen, weil die Bedingungen im Überwinterungsquartier ihren Ansprüchen an Licht und Temperatur nicht genügen.
Nach den ersten Nachtfrösten im Herbst beginnt der Flug der Männchen des Frostspanners.
Um Fraßschäden an Knospen, Blüten, Blättern an Zier- bzw. Obstgehölzen durch die Larven dieses Schädlings im kommenden Frühjahr zu vermeiden, sollten jetzt Leimringe an Stämmen und Stützpfählen angelegt werden. Sie verhindern das Aufwandern der flugunfähigen Weibchen des Schädlings in die Kronen und somit die Eiablage.
Zur Vorbeugung von Frostrissen an Stämmen und Hauptästen von Gehölzen empfiehlt sich ein Anstrich mit einem im Fachhandel erhältlichen Baumanstrichmittel. Dieses kann auch selbst aus Kalk und Tapetenleim hergestellt werden. Der Anstrich ist unter Umständen zu erneuern (Witterungsperiode mit viel Regen).
Erfurt-Mittelhausen, 03.10.2025
Bearbeiter: Dr. Schmatz
