Das Gartenjahr 2025- Ein Rückblick

Sehr geehrte Gartenfreunde,

am Meisten in Erinnerung bleibt aus dem Gartenjahr 2025 die überaus reiche Obsternte. Nach dem Totalausfall infolge des verheerenden Spätfrostes Ende April  im Jahre 2024 trugen im vergangenen Jahr die Bäume aller Obstarten, aber auch das Strauchbeerenobst sowie die Wildobstarten wie Schlehen und Spillinge (Kirschpflaumen) sehr viele Früchte. Die Verwertung des in großen Mengen anfallenden Obstes bereitete so manchem Gartenfreund Probleme.

Vielerorts sind jetzt noch zahlreiche Äpfel an, aber auch unter den Bäumen zu finden. Die Amseln und andere Vögel werden sich darüber freuen! 

Für 2026 ist nach den obstbaulichen Gesetzmäßigkeiten eine geringere Obsternte zu erwarten, da die Bäume einer Erholung bedürfen.

Als zweites markantes Merkmal des vergangenen Jahres ist die langanhaltende Trockenheit im Früh- und Spätsommer zu nennen. Nach ausreichenden Niederschlägen im Frühjahr musste im Sommer über wieder viel gegossen werden. Es bereitete in dieser Zeit mitunter Schwierigkeiten Pflanzkulturen zu etablieren.

Da uns die Klimaforscher prophezeien, dass in der Zukunft solche Jahre häufiger auftreten werden, ist zu überdenken, wie 1. das zur Verfügung stehende Wasser effektiver genutzt werden kann (z.B. Tröpfchenbewässerung, Mulchen) und 2. der Anbau von trockenheitstoleranten Arten (besonders Stauden!) dazu beitragen kann den Wasserverbrauch zu reduzieren.

Auffallend gering war in 2025 das Auftreten von Kirschfruchtfliegen, Apfel- sowie Pflaumenwicklern, sicher eine Folge des Erntetotalausfalls in 2024. 

Mit einer Erholung der Schädlingspopulationen muss in diesem und in den folgenden Jahren gerechnet werden. So muss bei der für 2026 zu erwartenden geringeren Ernte wieder mit einem höheren Anteil befallener Früchte gerechnet werden.

Nach eigenen Beobachtungen trat an Frühkartoffeln und Tomaten die Kraut- und Braunfäule (Erreger: Phytophthora infestans) nicht oder nur in geringem Umfang auf. Kurz vor Erntebeginn der Frühkartoffeln wurde schwacher Befall durch die Dürrfleckenkrankheit (Erreger: Alternaria solani) beobachtet. Bereits im Juli wurde an Gurken, Zucchini und Kürbissen Befall durch den Echten Mehltau festgestellt.

Hierzu ist festzustellen, dass die Pflanzen den Befall längere Zeit tolerieren. Erst wenn die Blätter nach stärkerem Befall abzusterben beginnen, ist ein Ertragsrückgang unausbleiblich. Nicht unterschätzt werden sollte die Rolle verschiedener Stauden und Unkräuter als Herde von Infektionen mit dem Echten Mehltau.

Ich wünsche allen Gartenfreunden ein gesundes neues Jahr 2026 und viel Freude und Erfolg bei der Arbeit im Garten.

Erfurt-Mittelhausen, 03.01.2026

Bearbeiter: Dr. Schmatz


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