Sehr geehrte Gartenfreunde,
das erste Halbjahr dieses Jahres ist Vergangenheit und im Garten ging es nicht ohne einige Aufreger ab. Im Substrat von Kübel- und Topfpflanzen sowie bei der Rodung von Frühkartoffeln, die in Folge der Hitzeperiode viel zu früh abgereift sind, wurden Engerlinge (Larven) des Gartenlaubkäfers festgestellt. Die Engerlinge fressen an den Wurzeln vieler Pfanzenarten und können beträchtliche Schäden verursachen, die von Wuchshemmungen bis zum Totalverlust (Gräser) reichen können. An anderer Stelle wurde bereits darüber berichtet. Chemische Mittel zur direkten Bekämpfung gibt es nicht. Möglich ist bei festgestelltem Befall der Einsatz parasitärer Nematoden. Manche Gartencenter bieten den Service der Bestellung derartiger Nematoden, aber auch anderer Nützlinge bei den Lieferfirmen an.
Nach anfänglich ausreichend Niederschlägen folgte in diesem Frühjahr/Frühsommer eine längere Periode mit hohen bis sehr hohen Temperaturen und das ohne Niederschläge. Wieder musste fleißig gegossen werden, wenn Schäden an den Pflanzen vermieden werden sollten. An anderer Stelle wurde bereits auf die Möglichkeiten zum sparenden Umgang mit Wasser beim Anbau von Kulturpflanzen eingegangen. Die Verwendung von hitze- und trockenheitsresistenten Pflanzenarten gewinnt zunehmend an Bedeutung, das gilt besonders für den Bereich der Stauden. Die trockenwarme Witterung fördert das Auftreten von tierischen Schädlingen, wie Blattläusen, Spinnmilben, Zikaden, die Kräuselungen an den Blättern oder Verkrümmungen der Triebspitzen verursachen können. An den Blättern von Gartenrauke und Goldlack wurde Totalfraß durch Kohlerdflöhe festgestellt. Der Anbau von Gartenrauke scheint ohne direkten Schutz (Netze) nicht mehr möglich zu sein. Wer keine chemischen Mittel zur Bekämpfung dieser Schädlinge anwenden möchte, kann Jauchen, Tees oder andere Extrakte aus verschiedenen Pflanzen, wie Brennnessel, Wurmfarn, Rainfarn einsetzen. Ansonsten können Mittel auf der Basis von Rapsöl, Mineralöl oder Kaliseife zur Bekämpfung dieser Schädlinge angewendet werden.
Nach der Hitzeperiode der letzten Zeit wurden Schäden an Blättern bzw. Früchten verschiedener Pflanzen wie Kartoffeln, Johannisbeeren, Stachelbeeren u.a. festgestellt. Geschädigte Früchte sind nicht verwertbar. In Folge des Klimawandels muss künftig wohl öfter damit gerechnet werden. Die Niederschläge der letzten Tage sind sehr willkommen, sie fördern aber das Auftreten von Pilzkrankheiten. Erste befallene Pflanzenteile sind unverzüglich zu entfernen und in der Bioabfalltonne zu entsorgen. Vorbeugend können Präparate auf der Basis von Lecithin oder Pflanzenextrakte auf der Basis von Knoblauch und Schachtelhalm gespritzt werden. Im Bedarfsfall sollte die Fachberatung der Gartenmärkte konsultiert werden.
Erfurt-Mittelhausen, 07.07.2026
Bearbeiter: Dr. Schmatz
